Neue Umfrage ab Sommer 2025 – Geschlecht und Lebenssituation bei MS

Warum können Geschlecht und Lebenssituation eine Rolle für die MS spielen?

Aktuelle Erkenntnisse zeigen, dass das biologische Geschlecht einen Einfluss auf die Entstehung und den Verlauf von MS hat. Sexualhormone können Entzündungen und Nervenschäden beeinflussen, die bei MS eine grosse Rolle spielen. Es erkranken deutlich mehr Frauen als Männer (etwa 3:1). Männer haben jedoch häufiger eine primär progrediente Verlaufsform und entwickeln oft früher stärkere Einschränkungen oder kognitive Beschwerden. Ein bekanntes Beispiel für den Einfluss von Hormonen ist die Schwangerschaft: Viele Frauen erleben in dieser Zeit eine Besserung der MS, während es nach der Geburt oft zu einem Rückfall kommt. Vermutlich wirken die hohen Hormonspiegel während der Schwangerschaft entzündungshemmend, was sich nach der Geburt wieder ändert. Trotzdem muss dieser Zusammenhang noch genauer erforscht werden. Neben biologischen Unterschieden können auch soziale Faktoren den Verlauf von MS beeinflussen. Da MS das tägliche Leben stark prägt, ist es wichtig zu verstehen, wie Rollenbilder, Erwartungen oder gesellschaftliche Strukturen sich auswirken. Auch die persönliche Wahrnehmung des sozialen Geschlechts, mit dem eine Person sich identifiziert, das sog. “Gender”, kann eine Rolle spielen. 

Hintergründe zur Spezialumfrage 

Das Fokusthema «Geschlecht und Lebenssituation bei MS» ist Teil des Nationalen Forschungsprogramms NFP83 «Gendermedizin und Gesundheit», das kürzlich vom Schweizerischen Nationalfonds finanziert wurde. Die Fragen wurden in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. med. Lia Bally, leitende Ärztin und Leiterin Ernährungsmedizin, Metabolismus und Adipositas vom Inselspital Bern, entwickelt. Das Projekt, zu dem die neue Umfrage mit dem Fokusthema «Geschlecht und Lebenssituation bei MS» gehört, möchte MS deshalb sowohl aus biologischer als auch aus sozialer Perspektive besser verstehen. Wir betrachten die Erkrankung über den gesamten Lebensverlauf hinweg und beziehen Erfahrungen und Lebensumstände der Betroffenen ein. Das soll helfen, Empfehlungen zu entwickeln, die gezielter auf die Bedürfnisse der Betroffenen eingehen und eine personalisierte Versorgung ermöglichen. 

Zusätzlich enthält der Fragebogen auch neue Fragen zur Kognition, die auf Empfehlung von Prof. Dr. phil. Iris-Katharina Penner, assoziierte Professorin für Kognitive Neurologie und Neuropsychologie der Universität Bern, ergänzt wurden.

Teilnahme

Alle Personen mit MS, die bereits am MS Register teilnehmen, werden zwischen September 2025 und Februar 2026 per E-Mail oder Brief zu dieser Umfrage eingeladen.

MS-Betroffene, welche noch nicht im MS Register angemeldet sind und gerne an dieser sowie künftigen Umfragen mitmachen möchten, können sich hier anmelden: